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Der Trigema Affe in der Social Media Falle?
Gerade komme ich von meinem Vortrag über Social Media Marketing bei der IHK Ulm nach Hause und stelle fest, daß es nun Trigema erwischt hat. Erzähle ich doch gerade dem Publikum, daß man früher oder später nicht um das Thema “Facebook, Twitter & Co.” herum kommen wird, die Kontrolle über die Kommunikation verlieren wird und deshalb authentisch und bedächtig kommunizieren sollte - und schon haben wir das nächste Beispiel.
Trigema Inhaber Wolfgang Grupp gibt ein Interview, schimpft über das Internet, läßt sich von der Sekretärin Emails vorlesen, wettert, daß Onlineshops den Einzelhandel zerstören (obwohl Trigema einen solchen Onlineshop betreibt) und bezeichnet Twitterer als Idioten. Spätestens damit war vorprogrammiert was passieren wird: ein Aufruhr der Twitterer. Derzeit ist es hip zu retweeten “Ich werde auch weiterhin in Deutschland twittern und damit diese Followerplätze sichern!”
Oh Gott, wie kann man nur, ein Web 2.0 Ignorant, ein Internet-Verweigerer, ein “Email-Ausdrucker” … aber ist da nicht auch ein Funken Wahrheit dran? Sind wir etwa nicht genervt von den “Guten Morgen liebe Twitterer” Tweets oder von den “sitze gerade im Zug von A nach B” Infos? Natürlich sind wir das. Und wer seine Klamotten online kauft, braucht deswegen nicht mehr in die Innenstadt. Auch das wissen wir. Aber ein Stück weit sind die Einzelhändler da auch selbst schuld. Wenn die nicht online verkaufen und Cross-Channel agieren, dann gibt es eben Startups, die den Onlinekanal bedienen - mitspielen ist also angesagt. Aber das nur nebenbei.
In der Diskussion nach meinem Vortrag vorhin kam die Frage auf, ob es nicht auch gut ist so ins Gespräch zu kommen - nach dem Motto “jede PR ist gute PR”. Antwort: kann sein. Das Problem dabei ist, dass man es erst im Nachhinein bewerten kann. Das bestätig aber auf jeden Fall, daß Kontrolle und Prognostizierbarkeit nicht mehr gegeben sind.
Trotz der ersten spontanen Reaktion (”Oh Gott wie kann er das nur sagen”) denke ich, daß Trigema dabei doch auch ganz gut weg kommen kann . So viel Aufmerksamkeit für die Marke, dessen Affen nun wirklich niemand mehr vor der Tagesschau sehen will. In den Tweets lese ich “ich weiß gar nicht was trigema überhaupt ist“, “Vielleicht hat der Affenmensch ja doch recht?” oder “wolfgang grupp ist so ziemlch der einzige manager in D. , der steve jobs in sachen coolness das wasser reichen kann“. Das ist auf jeden Fall PR nach Schwaben-Art. So schlimm war die Aussage nun auch wieder nicht. Jedem seine Meinung. Die Aufregung wird sich legen, die Backlinks hingegen, die Trigema dadurch produziert hat, bleiben. Und so was nennt sich dann Social Media Marketing. Nur authentisch ist es nicht.
Ein Kommentar zu “Der Trigema Affe in der Social Media Falle?”
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Mai 6th, 2010 at 16:51
und nun die Reaktion von Hr. Grupp in einem offenen Brief bei Facebook:
http://www.facebook.com/notes/trigema/offener-brief-an-die-social-media-gemeinde/118655511497820